Was wir essen und was dahinter steckt.

Unsere Vorliebe für süßes und unsere Abneigung gegen bitteres gelten als angeboren aber welche Rolle spielen Erfahrung und Umwelteinflüsse?

Was sagt unsere Ernährung über uns aus und was können wir gegen ungesunde Essgewohnheiten tun?

Die Vorlieben für bestimmte Lebensmittel entwickeln sich vornehmlich durch die Verbindung eines Lebensmittels mit der Situation, deren Häufigkeit und der Wirkung die im Anschluss an die Nahrungsaufnahme uns Menschen Befriedigung verschafft. Wir sind uns dem Zusammenspiel dieser Faktoren nicht bewusst.

Fakt ist, unser Hunger entsteht aus dem physiologischen Bedürfnis heraus, Energie und Nährstoffe aufzunehmen. Wir benötigen unsere Nahrung zum Überleben. Gefühle wie Hunger und Sättigung übernehmen die wichtige Rolle, durch Innenwahrnehmung dieses elementare Bedürfnis zu steuern. Das zentrale Nervensystem registriert spezifische Signale z.B. im Magen oder Blut und vermittelt uns so einen Nährstoff- oder Flüssigkeitsmangel. Erst wenn diese Informationen ins Bewusstsein gelangen, werden Sie real. Leider funktioniert dass nicht immer bei allen Menschen gleichermaßen gut. Unser Organismus ist gewissermaßen darauf ausgelegt ein Gleichgewicht zwischen den physiologischen Bedürfnissen nach Energie und Nährstoffen sowie der Aufnahme dieser herzustellen.

Ein großes Problem hierbei ist sowohl die Sättigungswirkung der Makronährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett als auch die Wahrnehmung der Sättigungssignale. Man nimmt an und das kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Fette leider die geringste Sättigungswirkung haben, hingegen Eiweiße die höchste. Die Kohlenhydrate liegen etwa dazwischen. Nun werden Sie wissen, eine übliche Mahlzeit beinhaltet immer eine Mixtur aus den drei Makronährstoffen. Da man meiner Meinung nach nicht mit einer Energietabelle im Kopf durchs Leben laufen sollte, hilft folgende Regel den Sättigungsgrad einer Mahlzeit abwägen zu können:

Je größer das Volumen einer Mahlzeit und das Gewicht ist umso höher ist das Sättigungsgefühl (Regel 1).

Dumm ist nur, gerade die viel geliebten fett- und zuckerhaltigen Nahrungsmittel erfüllen dieses Kriterium nicht. Noch eines kann man dazu sagen:

Alle industriell verarbeiteten Nahrungsmittel haben oft eine zu hohe Energiedichte und einen zu geringen Nährwert (Regel 2)

Nun zum Punkt Genuss. Es muss der Teufel gewesen sein, der uns den Genuss geschenkt hat. Gerade die Lebensmittel mit der höchsten Genusswirkung, scheinen genau die zu sein von denen ich gerade abriet. Es gibt stark belohnende Effekte beim Verzehr hochkalorischer Nahrungsmittel. Viel Fett und viel süßes belohnen uns gerade besonders stark. Dabei haben diese Nahrungsmittel eine sensorische Attraktivität, die unsere Selbstkontrolle manchmal auf eine harte Probe stellen. Diese Schmackhaftigkeit kann zudem den Appetit fördern und eine generelle Steigerung der Nahrungsaufnahme bewirken. Dann essen wir unter Umständen nicht nur das “Falsche” sondern auch noch zu viel davon. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass ich nicht sagen möchte Schokolade gehöre verboten, sondern die Frage die sich mir stellt:

Wie stark ist Ihre Selbstkontrolle?

Kommen wir zur anfänglichen Frage zurück:

Was sagt unsere Ernährung über uns aus und was können wir gegen ungesunde Essgewohnheiten tun?

  • Was wir essen, wann und wie viel hängt von zahlreichen Faktoren ab, beobachten Sie einfach mal ihr Essverhalten. Schreiben Sie auf was Ihnen auffällt und machen Sie kein Drama daraus.
  • Wenden Sie die zwei Regeln zur Nahrungsmittelauswahl an.
  • Wie stark ist Ihre Selbstkontrolle? Lernen Sie sich und Ihre Schwachen Momente kennen!
  • Wenn Sie Ihre Schwachen Momente kennen, versuchen Sie im Vorfeld vorzubeugen.
  • Erkennen Sie den Zusammenhang von Nahrungsaufnahme und der nachfolgenden Wirkung auf Ihr Befinden, das ist die erwünschte Belohnung.
  • Steuern Sie Ihr körperliches Wohlergehen nicht nur durch Nahrungsaufnahme, lernen Sie sich zu spüren und betreiben Sie irgendeine körperliche Tätigkeit mit Hingabe!
  • Erwarten Sie keine Wunder, oder sind Sie früh aus dem Bett aufgestanden und wogen plötzlich über Nacht 10 Kilo mehr?
  • Wenn Sie 10 Kilo weniger wiegen wollen, veranschlagen Sie dafür etwa ein Jahr.
  • Verhaltensänderungen benötigen Zeit und Rückschläge gehören dazu.
  • Jedes Essverhalten hat sich entwickelt. Es gab Belohnungen, die Sie billigend in Kauf nahmen. Suchen Sie sich andere Strategien für Ihre Belohnungen!

Viel Spaß und Erfolg dabei!

Jirko

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