Der innere Schweinehund und Abnehmen-Teil 1

Viele fragen mich nach Tricks den „Inneren Schweinehund“ zu zügeln.  Ich werde nach Rezepten und nach kalorienarmer Ernährung im Allgemeinen gefragt. Unterm Strich bedeutet das:

Verrate mir das *EINE* Geheimnis.

Es ist eine Tatsache, das Sie im Grunde genommen darauf hoffen, von jemanden erlöst zu werden und auf eine einfache Frage eine einfache Antwort erwarten.

Unzählige Tipps wurden schon preisgegeben und es ist kein Ende in Sicht. Es wird viel über die Ernährung und das Abnehmen geredet, geschrieben, gemutmaßt und geglaubt.

Für mich ist das ein Zeichen, dass der Kern der Sache nicht auf den (Ess)-Tisch kommt.

Dazu fällt mir ein Spruch von Michael Birkenbihl ein: „Wenn du ein Problem nicht lösen kannst, dann bist du Teil des Problems.“

Was könnte das bedeuten?

  1. unser biologisches Erbe sieht Gewichtsreduktion als Gefahr an,
  2. willentliches Abnehmen ist eine Kopfgeburt, das heißt psychische Energie wird gegen den eigenen Körper gewandt,
  3. unsere Vorstellungen von einem attraktiven und vitalen Körper wird automatisch mit einem schlanken Körper gleichgesetzt,
  4. die generelle Veränderung der Lebensumstände in unserer Gesellschaft mit weniger Bewegung und vermehrt psychischen Stress,
  5. unsere Kultur hat ein bestimmtes Schönheitsideal hervorgebracht- Wie viel Prozent der Menschen können dem entsprechen?
  6. die permanente, unausgesetzte Vergleichbarkeit in allen Medien mit Menschen die als schön angesehen werden,

Das alles ist in uns. Es erzeugt Bilder, Wünsche, Hoffnungen und eben Widersprüchlichkeiten. Deshalb sind wir Teil des Problems – wir leben nun einmal in diesem Kulturkreis, wir haben nun mal diese genetische Ausstattung. Hinzukommt, jeder Mensch hat beschränkte Ressourcen an Lebenszeit, Kraft, Gesundheit und Entfaltungsmöglichkeiten.

Das sind Wahrheiten. Es ist aber auch wahr um mit Viktor Frankl zu sprechen: „Menschsein heißt ja niemals, nun einmal so und nicht anders sein müssen, Mensch sein heißt immer, immer auch anders werden können.“

Für ihn war es eine primäre Bedingung für Menschsein – der Wunsch und die Fähigkeit eigene Begrenzungen aufzubrechen. In diesem Sinne ist das Thema Abnehmen und/oder Gesundheit bei Lichte betrachtet, im Kern ein Veränderungsprozess.

Sie wissen, strenge Diätpläne und Enthaltsamkeit bringen auf Dauer nichts. Genauso wenig funktioniert das strikte Abwiegen von Nahrungsmitteln und Berechnen der zugeführten Kalorien.

Meine Klienten bekommen eine Nahrungsmittelliste von mir, die nach dem bekannten Ampelsystem funktioniert. Wer sich an Ihr hält, erhöht drastisch die Wahrscheinlichkeit wirklich abzunehmen.

Grün steht in der Liste für – kann ich essen bis ich satt bin, das macht etwa 2/3 der Nahrungszufuhr ausGelb steht für – kann ich essen aber reduziert, etwa 1/3 der Nahrungszufuhr und Rot steht für – generell zu meiden (bis auf die berühmte Ausnahme).

Jetzt wissen Sie nur, was Sie essen können.

Diese Nahrungsmittelliste hält das Durchführen der Ernährungsumstellung praktikabel – sie ist und bleibt aber ein Hilfsmittel.

Alles was Sie auf Ihrem Weg zur Gewichtsreduktion tun, muss Ihnen in Fleisch und Blut übergehen. Solange Ihnen z.B. die Anwendung der Nahrungsmittelliste nicht anstrengungsfrei ist, besteht die große Gefahr eines Rückfalls, der Schweinehund lässt grüßen.

Das heißt, Sie Durchschreiten (siehe oben Zitat von Viktor Frankl) einen Veränderungsprozess. Sie werden Hochs und Tiefs erleben. Ihnen kommen Zweifel auf – man hat gute und schlechte Tage usw.

Um aktiv und erfolgreich einen solchen Prozess gestalten zu können, benötigt es eine strategische Herangehensweise. Es ist wesentlich für Ihren Erfolg, sich den möglichen Schwierigkeiten bewusst zu werden. Sie entwerfen dann im Vorfeld Handlungsstrategien, um Durststrecken zu überwinden.

Ich erlebe immer wieder, dass den wenigsten Menschen nicht klar ist, worauf sie sich mit dem Abnehmen einlassen.

Zusammenfassung:

  • Der innere Schweinehund: das sind zum großen Teil Sie selbst
  • Machen Sie sich im Vorfeld immer bewusst, dass es Schwierigkeiten geben kann. Entwickeln Sie einen Plan was Sie dann tun.
  • Gehen Sie kleine Schritte und lassen Sie neue Ernährungsgewohnheiten nach und nach in Fleisch und Blut übergehen.
  • Benutzen Sie Hilfsmittel wie z.B. ein Abnehmtagebuch oder die beschriebene Nahrungsmittelliste.
  • Wenn sich das Problem mit dem Körpergewicht nicht lösen lässt, dann bestünde immer noch die Möglichkeit, kein Problem mehr daraus zu machen.

Soviel heute zum Thema, bald kommt Teil 2

Jirko

Share

2 Gedanken zu „Der innere Schweinehund und Abnehmen-Teil 1

  1. Hallo.
    Abnehmen beginnt immer zuerst im Kopf. Da lässt sich eine Menge steuern. Toller Artikel. Man sollte sich die gesunde Ernährung zu einem Ritual machen. So fällt es definitiv leichter!

  2. Pingback: Abnehmerfolge mit dem Eiweißbrot |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.