Was ist Gesundheit ?

Gesundheit ist in aller Munde.

Ob das wirklich gut ist? Manchmal glaube ich, dass der Begriff fast inflationär geworden ist, ohne Inhalt, ohne Tiefe.

Die Medien, die Krankenkassen, der Stammtisch und der Smalltalk haben das zentrale Thema der Gesundheit kaputt gemacht.

Es wird gefachsimpelt über Behandlungsmethoden und Kosten, zu welchem Arzt man geht und was man tun kann bei dieser oder jener Erkrankung.

Irgendwie sind wir alle Experten – zumindest glauben wir fest daran, zu diesem Thema etwas erhellendes beisteuern zu können.

Meist bleibt aber der Kern des Themas unberührt:

  • Wie viel bin ich mir wert, um meine Gesundheit zum Status 1 meiner Prioritäten zu machen?

Nichts wiegt schwerer als irgendwann erkennen zu müssen, dass viele andere vergängliche Dinge, mir viel wichtiger waren und meine Gesunderhaltung eher nebensächlich war.

  • “Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben.” Oscar Wilde

Gesundheit ist nicht einfach das Fehlen von Krankheit, vielmehr eine geistige und körperliche Vitalität – ein Grundvermögen und Kapital zugleich.

Sie brauchen jederzeit in Ihrem Leben diese nötigen Ressourcen, um im Falle von Erkrankung und  Schicksalsschlägen widerstehen zu können.  Eine Grippe darf Sie nicht zu Boden zwingen und die Härten sozialer Ungerechtigkeiten nicht zermürben.

Wenn man in unserer Gesellschaft von Gesundheit spricht, meint man in erster Linie den Körper. In unserer Kultur ist körperliches Wohlergehen und Hygiene ein wichtiger Wert. Viele Zivilisationskrankheiten haben den Schrecken der vergangenen Jahrhunderte verloren. Es ist noch nicht lange her, da starben in unserem Land Menschen an Cholera und wir wollen nicht vergessen, dass heutzutage weltweit rund sechs Millionen Menschen an Cholera erkranken und über 100.000 sterben. Wir reden hier “nur” über Hygiene.

Sie kennen sicher den Begriff psycho-somatische Erkrankung. Damit  ist gemeint, dass der Geist den Körper erkranken lassen kann. Niemand weiß wie viel Erkrankungen in Wirklichkeit psycho-somatischer Natur sind. Schätzungen gehen von mindestens 50 % aus. Manche Autoren veranschlagen gar bis zu 80 %.  Patienten mit unklaren Krankheitsbildern, mit chronischen Schmerzen und entzündlichen Prozessen im Körper, durchlaufen in unserem Gesundheitssystem teilweise ein Martyrium.

Jedenfalls plädiere ich für eine Art Psychohygiene, einer täglichen Routine, so täglich wie das abendliche Zähne putzen.

Unsere Präventivmedizin steckt noch in den Kinderschuhen. Betrachten Sie Körper und Geist als Einheit. Sie können nur gesund in diesem Sinne sein, wenn sie in der Lage sind Ihre Bedürfnisse im körperlichen und psychischen Bereich zu wahren, sie zu erkennen und angemessen zu befriedigen. Wenn ich hier von Wechselwirkung spreche, so meine ich psychologisches <-> somatisches in untrennbarer Beziehung zueinander.

So leicht und schnell man dass sagen und denken kann, soviel schwerer lässt sich die Umsetzung anmuten. Teilweise vergeuden wir Menschen ein ganzes Leben um unser ursprüngliches Bedürfnis nach Beachtung und Liebe, durch Ersatz zu stillen. Viel lieber entwickeln wir Süchte, denen wir wenigstens nachkommen können, ohne größere Anstrengungen auf uns zu nehmen. Und wenn wir etwas mit Aufwand und Besessenheit tun, so werden wir Workaholics und brennen irgendwann aus.

  • Wie viel bin ich mir wert um meine Gesundheit zum Status 1 meiner Prioritäten zu machen?

Hier wiederhole ich mich gern. Machen Sie sich auf den Weg und betreiben Sie Psychohygiene . Wenn Sie nicht wissen wie es geht, lassen Sie sich helfen. Innere Einkehr tut Not, manchmal müssen Sie dann den Zweifel und aufkommende Reue ertragen können, Sie haben Fehler gemacht, andere verletzt und zu Schaden kommen lassen.  Menschen sind nicht perfekt, Sie nicht- ich nicht.

Nur den nächsten Schritt kann Ihnen niemand abnehmen.

Wie Psychohygiene funktioniert?

Beginnen Sie damit, einen festen Termin mit sich selbst, einmal Tag zur Routine werden zulassen.

Das ist in meinen Augen der erste Schritt.

Halten Sie sich einmal am Tag das Recht vor, allein zu sein. Reflektieren Sie das Tagesgeschehen, hören Sie in Ihrem Körper hinein und führen Sie Buch.

Gewinnen Sie so Abstand zum Tagesgeschehen und betreiben Sie ganz persönliche geistige Hygiene.

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