Liebe ist alles was du brauchst … “All you need is love”

Es war das Jahr 1967 und die Beatles veröffentlichten ihr Stück “All you need is love”. Das Lied wurde im Auftrag der BBC am 25. Juni 1967 live in 31 Länder weltweit übertragen.  Die Show der BBC „Our World“ verfolgten  damals über 400 Millionen Menschen. Sie gilt als erste weltweit ausgestrahlte Fernsehproduktion (Quelle: Wikipedia).

Was damals schon galt, dass wir alle Liebe brauchen, hat heutzutage den Ruf einer Floskel. Nach dem Motto: Das wissen alle.

Ich frage mich, was fangen wir mit unserem Wissen an und steckt im Detail nicht mehr dahinter als manch einer sich bewusst ist?

Für mich hat das Thema vor allem damit zu tun, inwieweit jeder Mensch in der Lage ist, das was er wirklich braucht auch zu bekommen. Denn vieles von dem, wonach uns gelüstet sind offensichtlich Ersatzbefriedigungen. Ich glaube einfach, das die Ernährung, der Alkohol, das Geld und Statussymbole viel zu oft genau diese Funktion des Ersatzes haben.

Wir sind dem Wesen nach gierig. Obwohl der Körper augenscheinlich (Übergewicht) über genügend Energiereserven verfügt, gelingt es uns nicht diese anzuzapfen. Nein, es entsteht trotzdem Hunger und im übertragenen Sinne sind wir auch hungrig nach Anerkennung und Beachtung, hungrig nach Liebe.

Dabei ist die wichtigste Ressource von Anerkennung die Selbstanerkennung. Unser Gefühl, das wir uns selbst gegenüber haben, entscheidet maßgeblich darüber, welchen Selbstwert wir Menschen entwickelt haben und ob wir diesen als unerschöpfliche Quelle anzapfen können.

Viele der Menschen die ich in meiner Trainerkarriere betreut habe, sehnten sich in erster Linie nach einem attraktiveren Körper und erst in zweiter Linie nach Gesundheit. Der Sport ist dann eine Krücke für den Selbstwert geworden. Als Trainer hat es mich immer gewurmt insgeheim gespürt zu haben, dass es im Kern nicht um Gesundheit und ehrliches Wohlergehen ging, wenn ich Trainierende betreut habe.

Der Sport und die Bewegung kann unter diesen Voraussetzungen keinen Spaß machen, denn die sportlichen Aktivitäten werden nur benutzt. Und viel zu leicht entsteht eine Suchtdynamik. Die Sucht nach Anerkennung durch einem attraktiven Körper poliert das Selbstwertgefühl nur kurz auf und man giert schnell nach dem nächsten Kick. Viele der so genannten Leidenschaften schaffen so tatsächlich Leiden und führen keineswegs zu einer tiefen inneren Befriedigung. Man kann das auf viele Prominente im Sport- und Showbusiness übertragen. Der Fall ins Loch wenn die mediale Beachtung auf den Kanälen ausbleibt macht die Bedürftigkeit deutlich, die sich hinter dem Streben nach Erfolg verbirgt. Denn auf Dauer bleibt das wesentliche Bedürfnis nach Anerkennung durch einen selbst unbeachtet.

“All you need is love” ist genau deshalb so aktuell, wie es nur sein kann. Es ist nicht der verklärte Blick eines selbstverliebten, der in seiner Bedürftigkeit schon wieder abstoßend wirkt. Was man auch als Egofalle kennt, hat nichts mit dem zu tun worum es in dem Lied geht, und es hat nichts mit dem zu tun, was ich meine.

Im Text lautet es:

Es gibt nichts, was du wissen kannst, das nicht gewusst werden kann
Nichts, was du sehen kannst, das nicht gezeigt werden kann
Nirgens, wo du sein kannst
wo du meintest nicht sein zu können.
Es ist einfach

Alles, was du brauchst, ist Liebe
Alles, was du brauchst, ist Liebe
Alles, was du brauchst, ist Liebe, Liebe
Liebe ist alles, was du brauchst.”

Die Liebe die gemeint ist, bezieht sich auf die generelle Bejahung was das Leben einen darbietet und dass alles schon da sei, alles Wissen, alles Sehen und alle Orte.

Wem nicht bewusst wird wonach es ihm steht, kann leicht im Leben gelernt haben, das ursprüngliche Bedürfnis nach Liebe mit einem Stück Zucker mehr im Kaffee oder dem Kuchen am Nachmittag zu versüßen. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges.

Wir konsumieren auf Teufel komm raus alles mögliche und fühlen uns trotzdem leer. Der Wunsche nach einem erfüllten Leben wird durch Konsum nicht Realität werden. Der übervolle Kühlschrank gerät zu einem Symptom des Mangels an Selbstachtung. Immerfort erliegen wir dem Irrtum etwas zu uns hinzufügen zu müssen um die Liebe und Wertschätzung zu bekommen nach der wir Menschen uns sehnen. Besonders schwierig gerade deshalb, weil die wenigsten von uns in der Lage sind echte und ungeschminkte Wertschätzung (Gewaltfreie Kommunikation) zu vermitteln, denn leider sind wir fast alle in unserer eigenen Bedürftigkeit wiederum angewiesen auf die anderen und so schließt sich der Kreis des Mangels. Es ist in der Tat ein Jammertal.

Die nötigen Quellen sind da, in einem selbst sind sie verborgen. Jeder hatte das ursprüngliche Gefühl, da zu sein für nichts und wieder nichts schon einmal erlebt. Es ist die elementare Erfahrung dazu zu gehören als wirklich einmaliges Wesen in dieser Welt. Es ist die vielleicht wichtigste Erfahrung die wir Menschen im Leben machen können. Angesichts dessen erscheinen die Trainingsziele meiner Kunden in einem anderen Licht und so ist verständlich, dass es nach wie vor nur eine verschwindend geringe Anzahl von Trainierenden schafft die gesetzten Trainingsziele zu erreichen und zu stabilisieren.

  • Jemand der abnehmen möchte sehnt sich nach etwas, wonach er schon durch die Gewichtszunahme hinkommen wollte. Das kann natürlich nicht funktionieren. Das ist Selbstsabotage in Reinform. Die erhoffte Fülle im Leben, das aufgehoben sein wird dem körperlichen Wohlergehen nach einer üpigen Mahlzeit gleichgesetz. Nun bleibt aber das eigentliche Bedürfnis, was man auch Selbstwirksamkeit nennen kann bestehen und findet doch keine Entsprechung.

Was Sie brauchen ist Liebe, die Selbstwertschätzung sich anzunehmen auch mit ein paar Pfunden zu viel. Wenn Sie diese Einstellung erreicht haben, können Sie tatsächlich, erstens leicht und zweitens dauerhaft Gewicht reduzieren.

Übertragen Sie das einfach auf andere Lebensbereiche, denken Sie darüber nach.

All you need is love.

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