Die FIBO 2013 – Gesundheit ist nicht sexy genug

Die FIBO öffnet im April wieder ihre Pforten.

Auf der Homepage der Fitness- Messe wird mit jungen dynamischen und vor allem dem Anschein nach mit gesunden Trainierenden geworben – diese sind eben sexy.

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Seit einigen Jahren versucht die Messe den Spagat zwischen Fitness und Gesundheit. Die Fitnessbranche mit ihrer FIBO ist sicher aus den Kinderschuhen heraus und der Fitnessbegriff umfasst heute mehr als nur Pumping Iron und Aerobic wie in den 80ern und 90ern.

Andererseits muss man klar feststellen, das der Begriff der Gesundheit wesentlich mehr bedeutet als der regelmäßige Besuch eines Fitnessstudios.

Damit allein ist nicht genug getan, denn Bewegung ist nicht gleichbedeutend mit gesund und Training ist natürlich keine Garantie für Gesundheit.

Doch Fitnesstraining wird allgemein als probates Mittel angesehen die Gesundheit zu stärken und die Leistungsfähigkeit aufzubauen bzw. zu erhalten. Getreu dem Konzept der Prävention, wird versucht Menschen ein bewegtes Leben zu ermöglichen, in einer Zeit wo Bewegung in erster Linie mit den Fingern auf dem Mousepad oder dem Smartphone stattfindet.

Die FIBO als Internationale Leitmesse möchte nun die Schnittstelle zwischen Fitness und Gesundheit sein, sie möchte den Spagat zwischen Fitness und Gesundheit wagen.

Als ich das letzte Mal die FIBO besuchte, waren die Highlights und die Publikumsmagneten die Shows der Bodybuilder und die der leichtbekleideten, nett anzusehenden Frauen, die ganz sicher fit waren. Aber ob sie gesund waren, dass hat doch niemanden interessiert.

Was im Namen der Fitnessbranche zelebriert wird, ist nicht immer unmittelbar gesund. Entscheidend ist doch, ob sich etwas verkaufen lässt. Sicher ist eine Messe immer auch Innovations- und Leistungsschau einer Branche aber Gesundheit verkauft sich nicht so gut –

Gesundheit ist nicht genügend sexy.

Daher heißt die Messe wahrscheinlich auch nicht Gesundheitsmesse, denn als ich selbst Aussteller auf einer solchen Messe war – hätte man vielleicht den Namen in Kranken-Messe ändern müssen. Mir schien es letztlich nicht darum zu gehen, wie man gesund erhält, sondern zu 90 % darum, wie man Kranken das Geld aus der Tasche zieht. Auch mit Leiden lässt sich wirklich gutes Geld verdienen.

Die Quintessenz:

  1. die FIBO wird immer im Spannungsverhältnis zwischen ein wenig sexy und Seriosität leben müssen
  2. was sich verkauft ist nicht Gesundheit – sondern man verkauft Träume
  3. auch mit Leid lässt sich gutes Geld verdienen – man verkauft Hoffnung

Ich hoffe für die Fitnessmesse dass ihr der Spagat gelingt – immerhin geht es um einen Wirtschaftszweig der noch viel Potential gerade in der Ausdifferenzierung in den gesundheitlichen Bereich hat.

Den Verbraucher bzw. Kunden möchte ich nur noch eines anraten: Wenn Sie sich entscheiden ein Fitnessstudio zu betreten, dann bedenken Sie, es ist nicht immer drin was drauf steht.

Aber es wäre möglich, dass, obwohl Sie Träume und Hoffnungen gekauft haben, schließlich ein Stück Gesundheit bekommen.

In diesem Sinne, der FIBO alles Gute.

 

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