Die Glückssucherin Anke Engelke bei Günther Jauch

Die ARD sucht das Glück mit Anke Engelke eine ganze Woche lang und Günther Jauch leitete die entsprechende Themenwoche mit dem Titel: „Glückssache Leben – worauf kommt es wirklich an?“ ein.

Wenn Deutschland das Glück im Fernsehen sucht, dann scheint das viele Befindlichkeiten zu berühren und mehr Missverständnis zu erzeugen als Klarheit.

Glückssucherin 

Doch vielen stellt sich die Glücksfrage gar nicht 

… schließlich leben wir in Deutschland, dem Land wo die Augen eher geschlossen als offen für Alternativen sind und so verwundert die Gästewahl nicht mehr, denn augenscheinlich wurden Glück und Pech teilweise gegenüber gestellt.

Die weitere Gästewahl:

  1. Samuel Koch etwa, der seit seinem misslungenen Stunt bei „Wetten Dass“ im Dezember 2010 querschnittsgelähmt ist.
  2. Juliane Koepcke, die 1971 zu Weihnachten als noch 17-Jährige mit einem Flugzeug in Südamerika (Peru) abstürzte und von 92 Passagieren als einzige überlebte, ihre Mutter dabei hingegen verlor.
  3. Kerstin Klein, die ihren an Leukämie erkrankten Sohn Tobias vor wenigen Monaten verlor und

Eckart von Hirschhausen – Moderator, Autor, Comedian, der leider in der Sendung zu kurz kam, bekanntermaßen aber zum Thema Glück („Glück kommt selten allein“) unteranderem publiziert hat.

Als Anke Engelke einige Irritationen mit Ihren Äußerungen hervorrief (sie stellte immerhin das viel beschworene WACHSTUM als alleiniges Heil in Frage), wurde deutlich an welche Stelle sich unser Land befindet. Die Verortung des Glücks im Alltag geht uns allen verloren, weil wir Teil einer Gesellschaft sind, die ihr Glück ständig in der Zukunft durch mehr Wachstum erwartet oder in träumerisch verklärter Sicht auf das Vergangene wirft.

DEINE SCHULD

Bei Allem was sich aus biologischer Kenntnis (Belohnungszentrum im Gehirn) und psychologischer Wirkung (die rosarote Färbung der Welt) über das Glück sagen lässt, sind wir alle ein wenig Opfer und Täter zugleich.

 Schon im Ärzte Song „DEINE SCHULD“ wird in meinen Augen deutlich worum es im Kern geht.

„…Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt 

Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst.
Die, die das behaupten, haben nur vor Veränderung Angst.
Es sind dieselben, die erklären, es sei gut so, wie es ist
Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Terrorist.

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Weil jeder, der die Welt nicht ändern will, ihr Todesurteil unterschreibt. ..“

In diesem Sinne lässt sich viel eher Anke Engelke verstehen, wenn sie in der Sendung am Sonntag bei Günter Jauch sagt:

„Das Einfache, sich zu reduzieren, ist toller, finde ich, als sich aufzublasen.“ 

Und als sich Eckardt von Hirschhausen dazu äußerte, dass es leicht sei glücklich zu sein und dagegen es schwer wäre, einfach zu sein – da war dann klar, dass der Boden auf dem das Gras Glück wachsen soll, noch lange nicht reif ist. Denn aus den Reaktionen im Publikum, den Reaktionen in den Medien und den Reaktionen meiner Mitmenschen, kann geschlossen werden – Glück ist immer noch etwas, was über einen kommt. Doch weit gefehlt …

Will sagen, wenn wir als Gesellschaft einerseits unser Glück im Konsum suchen und dort niemals finden werden, dann müssen wir zurück auf einen Weg gelangen, der vieles einfacher macht (siehe Aussage von Herr Hirschhausen) und gleichzeitig beantwortet dies die Frage, in welcher Gesellschaft wir in Zukunft leben wollen. Durch die Beantwortung dieser Frage, werden erstens solche Sendungen unnötig und zweitens sind wir dann tatsächlich die Hüter des Glücks, weil wir aktive Veränderung in unserer Gesellschaft gestalten.

Eine Anleitung zum Widerstand

Denn momentan sind wir nicht Gestalter, sondern Verwalter eines wirtschaftlichen Entwurfs, der nicht glücklich machen kann und der gleichzeitig das Ende dieser Welt heraufbeschwört. Im Konsum und sogenannten Wachstum wartet nur eines auf uns, Unglück und Verderben.

Im Einfach-Sein und Widerstand (Harald Welzer „Selbst Denken – Eine Anleitung zum Widerstand“)  findet sich der Mensch endlich wieder als Gestalter seines Lebens in der proaktiven Rolle, die ihm zu steht, weil ihm hier das Glück zuwinkt. Das Glück trotz allem nur eine Momentaufnahme sein wird, sollte klar sein aber die Selbstwirksamkeit die hier zu erwarten ist, macht Mut und glücklich zu gleich – was kann der Mensch mehr wollen.

Was das mit Ihnen zu tun hat

  1. Glück lässt sich nicht mehren, nicht durch Konsum und Anhäufung von Dingen.
  2. Glück lässt sich am besten bewusst erleben aber nicht festhalten.
  3. Es ist nie zu spät für ein glückliches Leben – Sie bewerten, ihre Haltung ist entscheidend.
  4. Es gibt kein natürliches Anrecht auf Glück – siehe Krankheit, Unwetterkatastrophen usw., niemand ist davor sicher.
  5. Wenn Sie Glück spüren, dann achten sie darauf, wie sie dahin gelangt sind – denn der Weg dahin ist wesentlich, auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel, also macht …
  6. BEWEGUNG glücklich.
  7. Achten sie auf Ihre Gesundheit: … denn ohne Gesundheit ist alles andere nichts (Arthur Schopenhauer).
  8. Finden Sie im Leben einen übergeordneten Sinn, etwas was Ihrem Leben Wert und Richtung gibt und bedenken Sie, dass Sie das nur in Gemeinschaft erleben können.
  9. Finden Sie Ihre persönliche Glücksdefinition …
  10. Glückserleben ist ein Ziel, auf das Sie immer wieder hinarbeiten sollten – Ihr Herz weiß das schon immer.
  11. Konzentrieren Sie sich auf die Dinge in Ihrem Leben, die innerhalb Ihres Einflussbereiches stehen – da entfalten Sie dann Wirkung.

Wirkung entfalten und Feedback bekommen

Meine Momentaufnahme des Glücks um 11:21 Uhr am 21.11.2013: Das Gewahr-Werden meines Körpers und die unmittelbare Bedürfnislosigkeit – alles ist in Ordnung. :-))

 

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